Mit einer Investition von 124.000 Euro hat die Gemeinde Villa de Mazo den Mirador del Lomo neu gestaltet. Nach fünf Monaten Bauzeit wurde der Aussichtspunkt oberhalb von Montes de Luna jetzt offiziell eröffnet. Von hier aus genießt man einen herrlichen Blick auf den Naturpark Cumbre Vieja und die Ostküste der Insel. Über die Gestaltung gehen die Meinungen allerdings weit auseinander. Während die Gemeindeverwaltung von einer „modernen und einladenden Infrastruktur“ spricht, sorgt der neue Aussichtspunkt in den sozialen Netzwerken und den Kommentarspalten der lokalen Online-Medien für reichlich Spott. Viele Einheimische fragen sich, ob ein derart futuristisch anmutender Betonplatz tatsächlich in die ländliche Umgebung passt – und ob dafür 124.000 Euro gut investiert sind. Vermisst werden vor allem Schattenplätze, denn außer einigen stilisierten Metallkonstruktionen bietet die Anlage kaum Schutz vor der Sonne. Der Bürgermeister lobte das Projekt als gelungenes Beispiel dafür, wie bereits mit vergleichsweise kleinen Investitionen die Lebensqualität verbessert und ein Ort aufgewertet werden könne. Auch die kanarische Regierung sieht darin einen Beitrag zur touristischen Entwicklung und zur Belebung des Ortsteils. Immerhin eines dürfte unstrittig sein: Die Aussicht selbst ist spektakulär. Dafür musste allerdings nichts gebaut werden – die hatte die Natur schon lange vorher geschaffen. Ob der neue Aussichtspunkt ihr wirklich gerecht wird, darüber dürfte auf La Palma noch eine Weile diskutiert werden.
La Palma erhält erstmals eine Inselunterkunft für obdachlose Menschen. Das neue Heim entsteht in einem Gebäude der Kirche im Gemeindegebiet von El Paso und wird gemeinsam vom Inselrat (Cabildo) und Cáritas verwirklicht. Für die notwendigen Umbauarbeiten stellt der Cabildo 96.000 Euro bereit, Cáritas übernimmt einen weiteren Teil der Kosten. In dem Gebäude waren bereits nach dem Vulkanausbruch Betroffene untergebracht, künftig soll es dauerhaft als Obdachlosenheim genutzt werden. Geplant sind 20 bis 25 Plätze. Nach Schätzungen leben auf La Palma derzeit mehr als 100 Menschen ohne festen Wohnsitz. Das neue Angebot soll ihnen nicht nur eine Unterkunft bieten, sondern auch soziale und berufliche Unterstützung, um den Weg zurück in ein selbstständiges Leben zu erleichtern.
Zwischen Puerto Naos und Charco Verde könnte in den kommenden Jahren eines der größten touristischen Projekte der Insel entstehen. Die jetzt öffentlich ausgelegte Planung sieht südlich von Puerto Naos bis zu 2.109 neue touristische Betten vor – verteilt auf sechs Gebäude mit bis zu sieben Stockwerken Höhe. Die sogenannte „Alternative 3“ des Planungsdokuments wird von den Verfassern als besonders umweltverträgliches Modell bezeichnet: eine „maximale ökologische Integration“ bei gleichzeitig möglichst geringer optischer Wirkung. Vorgesehen sind Hotels und Ferienapartments auf einer Fläche von rund 28 Hektar, die derzeit noch landwirtschaftlich als Bananenplantagen genutzt wird. Die geplanten Gebäude könnten bis zu 28 Meter hoch werden. Um eine durchgehende „Betonfront“ entlang der Küste zu vermeiden, setzt die Planung auf begrünte Fassaden, Pflanzenstreifen und eine kompaktere Bauweise in die Höhe. Genau dieser Punkt sorgt allerdings bereits für Diskussionen: Während die Planer darin eine Möglichkeit sehen, möglichst wenig Fläche zu versiegeln, befürchten Kritiker eine deutliche Veränderung des Landschaftsbildes. Die Debatte zeigt einmal mehr das große Dilemma der Insel: La Palma sucht dringend neue wirtschaftliche Impulse und Arbeitsplätze, möchte aber gleichzeitig den Charakter einer grünen, naturnahen Insel bewahren. Die Planer argumentieren, dass sich die Insel nicht dauerhaft auf eine vom Bananenanbau und öffentlichen Hilfen abhängige Wirtschaftsstruktur verlassen könne und ein hochwertiger Tourismus ein wichtiger Zukunftsfaktor sein müsse. Bürgermeister Javier Llamas verteidigte die Planung und betonte, dass gerade ein massives „Zubauen“ der Küste vermieden werden solle. Sollte das Projekt umgesetzt werden, handle es sich nach seiner Einschätzung um eines der nachhaltigsten Tourismusprojekte der Kanaren. Noch ist nichts gebaut: Die Planung befindet sich aktuell in der öffentlichen Auslegung, Bürger und Institutionen können bis zum 9. Oktober ihre Stellungnahmen einreichen. Sicher ist jedoch schon jetzt: Kaum ein anderes Projekt dürfte die alte Diskussion auf La Palma wieder so deutlich entfachen – Wie viel Entwicklung braucht die Insel, und wie viel Veränderung verträgt sie?
Die Ruta del Gallo gehört seit über 20 Jahren zu den beliebtesten Gastronomie-Events im Aridanetal. Noch bis zum 31. August laden elf Restaurants und Bars aus Los Llanos, El Paso und Tazacorte dazu ein, die Vielfalt der palmerischen Küche kennenzulernen. Serviert werden kreative Tapas mit regionalen Zutaten – von traditionell bis modern interpretiert. Für Einheimische ebenso wie für Urlauber ist die Ruta eine schöne Gelegenheit, neue Lokale zu entdecken und sich an der Wahl der besten Tapaskreationen zu beteiligen. Am Ende der Veranstaltung werden die besten Tapas prämiert, außerdem warten auf Teilnehmer der Stimmzettelaktion attraktive Preise. Mit dabei sind in Los Llanos die Bar Corinto, La Colonial 25 Restaurante, Mundana und die Bar Savoy Fusión. In El Paso beteiligen sich Winnit Acerina, DaPaolo Restaurante & Grill, Tasca Donde Andrés, Restaurante La Cascada, Restaurante Carmen und die Tasca Vértice. Tazacorte ist mit dem Restaurante Playamont vertreten. Auffällig ist, dass sich in diesem Jahr nur noch elf Gastronomiebetriebe beteiligen. In früheren Ausgaben waren es zeitweise rund doppelt so viele. Das schmälert zwar nicht die Qualität der teilnehmenden Restaurants, zeigt aber, dass die Ruta del Gallo durchaus Potenzial hat, wieder an frühere Größenordnungen anzuknüpfen. Für Familien gibt es am 30. August den Kinder-Kochworkshop „Gallo Kids“ am Bauernmarkt von Los Llanos. Die Abschlussveranstaltung mit Preisverleihung findet am 9. September im Archäologischen Museum Benahoarita statt.
ZU DEN MELDUNGEN
Die spanische Tierschutzgesetzgebung regelt seit 2023 auch, wann Hunde in Restaurants, Bars, Hotels oder anderen öffentlichen Einrichtungen willkommen sind – und wann nicht. Grundsätzlich dürfen Betreiber selbst entscheiden, ob Hunde Zutritt haben oder nicht. Gibt es jedoch ein Hundeverbot, muss dieses bereits von außen durch ein gut sichtbares Hinweisschild erkennbar sein. Gäste sollen also nicht erst an der Tür oder im Lokal erfahren, dass ihr Vierbeiner unerwünscht ist.
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Die Ruta del Gallo gehört seit über 20 Jahren zu den beliebtesten Gastronomie-Events im Aridanetal. Auch in diesem Jahr laden diverse Restaurants und Bars aus Los Llanos, El Paso und Tazacorte dazu ein, die Vielfalt der palmerischen Küche kennenzulernen. Serviert werden kreative Tapas mit regionalen Zutaten – von traditionell bis modern interpretiert.
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