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Ausnahmeregelung für Ferienwohnungen?

Ausnahmeregelung für Ferienwohnungen?

Inselpräsident Sergio Rodríguez spricht sich dafür aus, La Palma von den geplanten Beschränkungen für Ferienwohnungen auszunehmen. Zur Begründung verweist er darauf, dass sich die touristische Situation der Insel deutlich von der der bevölkerungsreicheren sowie der östlichen Kanareninseln unterscheide. Rodríguez betonte, La Palma müsse das Angebot an touristischen Unterkünften ausbauen und lehne daher ein Moratorium für Ferienwohnungen ab. Diese trügen zur wirtschaftlichen Diversifizierung der Insel bei, sorgten für eine breitere Verteilung der Einnahmen und ermöglichten vielen Familien ein zusätzliches oder sogar ihr Haupteinkommen. Anders als auf anderen Inseln gebe es auf La Palma kaum große Eigentümer von Ferienunterkünften. Nach den Plänen des Inselrats soll der Ausbau von Ferienwohnungen mit der Entwicklung neuer Hotelkapazitäten einhergehen. Ziel seien insgesamt 25.000 bis 30.000 Gästebetten, um das touristische Angebot zu stärken und die Flugverbindungen zur Insel langfristig zu sichern. Zugleich stellte Rodríguez klar, dass La Palma kein Tourismusmodell wie auf Lanzarote mit deutlich höheren Kapazitäten anstrebe. Die Äußerungen erfolgen im Vorfeld der Abstimmung über die geplante Reform des kanarischen Gesetzes zur nachhaltigen Regulierung von Ferienwohnungen. Der Inselrat hat dazu zwei Änderungsanträge eingebracht: Zum einen sollen Familien, deren als Ferienunterkünfte genutzte Häuser durch den Vulkanausbruch des Tajogaite zerstört wurden, diese mit derselben Nutzung wiederaufbauen dürfen. Zum anderen soll sichergestellt werden, dass die Sonderregelungen des Gesetzes für die „Grünen Inseln“ weiterhin gelten und nicht durch die neue Gesetzgebung eingeschränkt werden.

Radonwerte wohl unbedenklich

Die nach dem Vulkanausbruch des Tajogaite gemessenen Radonwerte auf La Palma geben nach Angaben des Sonderbeauftragten für den Wiederaufbau keinen Anlass zur Sorge. Messungen der Universität La Laguna ergaben eine durchschnittliche Radonkonzentration von weniger als 80 Becquerel pro Kubikmeter und damit einen insgesamt niedrigen Wert. Zwar waren die Radonwerte nach dem Ausbruch 2021 in einigen Bereichen des Aridane-Tals, insbesondere in der Nähe des Vulkans, erhöht. Die Messreihen zeigen jedoch, dass die Konzentrationen in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen sind. Bei den Messkampagnen 2024 und 2025 überschritten lediglich fünf von 131 Messpunkten den empfohlenen Richtwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter. In diesen Fällen wurden bereits Gegenmaßnahmen ergriffen oder es handelt sich um geschlossene Gewerberäume. Die Behörden wollen die Überwachung der vulkanischen Gase dennoch fortsetzen, um die Entwicklung weiter zu beobachten und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.

Kreuzfahrtsaison startet mit 94 Anläufen

Mit dem Anlauf der Ventura beginnt in dieser Woche die neue Kreuzfahrtsaison im Hafen von Santa Cruz. Bis zum Jahresende sind insgesamt 94 Schiffsanläufe geplant. Nach Angaben des Inselrats verzeichnete La Palma im Jahr 2025 mit 363.325 Kreuzfahrtgästen einen Rekord und ein Plus von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch im ersten Halbjahr 2026 setzte sich der Aufwärtstrend fort: 87 Kreuzfahrtschiffe liefen den Hafen an – 14 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zu den angekündigten Schiffen gehören unter anderem die Britannia, Azura, Mein Schiff 6, Mein Schiff 7, Queen Anne und Queen Victoria. Der starke Zuwachs bei den Kreuzfahrtgästen wird von Politik und Hafenbehörden als Erfolg gewertet. Allerdings wird seit Jahren darauf hingewiesen, dass die wirtschaftlichen Effekte für die Insel begrenzt sind. Ein Großteil der Passagiere verbringt den Aufenthalt in der Hafenstadt und gibt Geld vor allem in der dortigen Gastronomie und im Einzelhandel aus. Alle restlichen Gemeinden außerhalb der Inselhauptstadt profitieren dagegen kaum vom Kreuzfahrttourismus, sodass die hohen Besucherzahlen nur eingeschränkt Rückschlüsse auf den tatsächlichen touristischen Nutzen für die gesamte Insel zulassen.

Baustelle bremst Roque-Besucher

Das Cabildo von La Palma setzt die Sanierung der Bergstraße LP-4 zum Roque de los Muchachos fort. Ab Montag, 27. Juli, wird der Abschnitt zwischen Kilometer 17,6 und 20,0 neu asphaltiert. Dafür wird die Straße montags bis freitags jeweils von 9 bis 17 Uhr bis auf Weiteres gesperrt. Eine Umleitung ist über die LP-4 von Hoya Grande (Garafía) ausgeschildert. Nach Angaben des Inselrats soll die Fahrbahnerneuerung die Verkehrssicherheit verbessern und die wichtige Zufahrt zum Roque de los Muchachos sowie zu den Observatorien langfristig aufwerten. Die Arbeiten sind Teil eines umfassenden Sanierungsprojekts, das vom spanischen Verkehrsministerium finanziert wird. Der gewählte Zeitpunkt dürfte allerdings nicht bei allen auf Verständnis stoßen. Ausgerechnet während der Sommermonate, wenn besonders viele Besucher zum Roque de los Muchachos, zu den Sternwarten und dem Besucherzentrum fahren, kommt es zu den Einschränkungen. Zwar betont der Inselrat, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich halten zu wollen – dennoch reiht sich die Maßnahme in eine auf La Palma nicht unübliche Praxis ein, größere Bauarbeiten ausgerechnet in der touristischen Hochsaison durchzuführen.

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